Theaterwerkplatz Luzern
Was ist deine Vision?
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(c) Kim da Motta

Bestätigt, geschärft, offen: Was der Kick-off zur Vision Theaterwerkplatz Luzern zeigt

An der gut besuchten öffentlichen Kick-off-Veranstaltung im August wurde an drei Thementischen angeregt zu Städtebau, Betriebsmodell und inhaltlicher Ausrichtung des Theaterwerkplatzes Luzern diskutiert. Die eingegangenen mündlichen Voten, Post-it-Zettel, gebauten Visionen am Modell, Fragebögen und haptischen Verknüpfungen auf dem Stadtplan wurden in der Zwischenzeit ausgewertet und fliessen als weitere Erkenntnisse in die entstehende Vision und den weiteren Mitwirkungsprozess ein.

Rund 150 Personen aus Bevölkerung, Kultur, Politik und Architektur sowie Mitarbeitende des Luzerner Theaters und der Stadt  haben am 22. August 2026 an der öffentlichen Kick-off-Veranstaltung im Foyer des Luzerner Theaters teilgenommen. Dort wurden die Rahmenbedingungen und Leitsätze, die dem Mitwirkungsprozess zugrunde liegen, erstmals öffentlich präsentiert und bildeten die Grundlage zur Diskussion. Die Erkenntnisse aus der sozialen Landkarte, die wir hier zusammengefasst haben, flossen in die Gestaltung des Kick-offs ein. Vieles wurde bestätigt, einige Fragen weiter geschärft, andere bleiben offen oder zeigen sich als Reibungsflächen. Themenübergreifend lässt sich nach dem Kick-off folgendes Zwischenfazit ziehen: 

Das professionelle Theater benötigt bessere Bedingungen

Hier besteht weitgehend Konsens: Das Luzerner Theater soll als professionelles Mehrspartenhaus erhalten und gestärkt werden. Gleichzeitig waren sich die im Rahmen der sozialen Landkarte Interviewten und die Teilnehmenden des Kick-offs einig, dass die heutigen räumlichen und technischen Bedingungen nicht mehr ausreichen und zeitgemässe Arbeits- und Produktionsbedingungen eine Voraussetzung sind. Öffnung und Vernetzung des Luzerner Theaters werden als Weiterentwicklung des professionellen Theaterbetriebs verstanden.

Ein offener Begegnungsort

Auch am Kick-off zeigt sich deutlich, dass das Theater künftig unabhängig vom Vorstellungsbesuch ein lebendiger Ort sein soll: niederschwellig zugänglich, mit möglichst konsumfreien Räumen für Begegnung und Austausch. Gastronomie kann diese Öffnung unterstützen, ist aber ausdrücklich nicht die alleinige Antwort. Gefragt sind vielfältige Nutzungen und eine aktive Programmgestaltung für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen.

Vernetzung statt Alleingang

Luzerner Theater, freie Szene und weitere Kulturakteur*innen sollen in einem kulturellen Ökosystem enger zusammenarbeiten. Sei dies durch die Nutzung unterschiedlicher Spiel- und Produktionsorte oder den Austausch von Ressourcen und Infrastruktur. Zentral ist, dass die Vielfalt erhalten bleibt und die Zusammenarbeit die unterschiedlichen Profile stärkt. 

Ein starkes Zentrum, räumlich weiter gedacht

Der zentrale Standort an der Reuss bleibt weitgehend unbestritten. Gleichzeitig wurde der Ort am Kick-off über das heutige Gebäude hinaus gedacht: Theaterplatz, Buobenmatt, Jesuitenkirche und die angrenzenden Stadträume rückten, auch dank des anschaulichen Modells, stärker in den Blick. Theater und Stadtraum sollten als Einheit gedacht werden – am Theaterplatz, aber unbedingt auch auf der städtischen und regionalen Ebene als Theaterwerkplatz. 

Nutzung, Betrieb und Architektur gemeinsam entwickeln, Flexibilität mitdenken

«Architektur und Nutzung im PingPong entwickeln.» Diese prägnante Aussage vom Kick-off bringt es auf den Punkt: Das städtebauliche Konzept darf nicht losgelöst vom Betriebs- und Nutzungskonzept entstehen und umgekehrt. Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und Inklusion gelten dabei als Grundanforderungen, nicht als nachträgliche Ergänzung und Flexibilität ist ein Schlüsselprinzip. 

(c) Kim da Motta

Insgesamt zeigte sich ein breiter Konsens über die Qualitäten des künftigen Theaters: professionell, offen, vielfältig, am zentralen Standort und nicht zuletzt stärker mit seinem Umfeld verbunden. Der Kick-off bestätigt damit die Richtung, die sich bereits in der Sozialen Landkarte abgezeichnet hat.

Gleichzeitig offenbarten die Gespräche und Inputs am Kick-off themenübergreifende Dissenspunkte, die Richtungsentscheide bedürfen: Was genau ist der Theaterwerkplatz und wie soll er zukünftig funktionieren? Und wie sollen darin Ressourcen und Verantwortung verteilt werden? Wie stark soll sich das Betriebsmodell verändern? Soll der Bestand erhalten und weitergebaut oder soll abgerissen und neu gebaut werden? Wie gross darf und muss das Gebäude sein? Und welche architektonische Haltung, zurückhaltend-funktional oder repräsentativ-prägnant, soll das neue Theater ausdrücken? 

Diese Fragen werden im weiteren Prozess bewusst adressiert und weiterbearbeitet. Ein nächster wichtiger Schritt im Mitwirkungsprozess sind die Living Labs, die am 15. Oktober 2026 im Südpol stattfinden. Diese bieten Raum, um erste Thesen, die aus den Erkenntnissen von sozialer Landkarte und öffentlicher Kick-off-Veranstaltung erarbeitet werden, zu spiegeln, zu diskutieren und weiterzuentwickeln. 

(c) Kim da Motta

Interessiert an einem Living Lab teilzunehmen? Schreibe eine E-Mail an theaterwerkplatz-luzern@stadtluzern.ch und hinterlasse Name, E-Mail-Adresse, Telefonnummer und Jahrgang (für eine Vertretung aller Altersgruppen). Über die Teilnahme entscheidet das Los. Wir freuen uns auf deine Kontaktaufnahme.

Wer jetzt schon mitgestalten möchte: Was ist deine Vision? Sag es uns!